Knorpelschaden Knie Ursachen, Symptome und Behandlung

Menschen im unterschiedlichen Alter sind von Schädigungen des Knorpels am Knie betroffen. Gerade Patienten zwischen 20 und 50 Jahre leiden unter akuten Knorpelschäden, die aus einem Unfall- oder Sportereignis stammen. Menschen ab 50 bis 80 Jahren betreffen eher die chronischen, degenerativen Erkrankungen.

Symptome von Knorpelschäden

Als Symptome eines Knorpelschadens gelten die Bewegungen des Kniegelenks mit Krepitation (Knochenreiben) und Schmerzen bei allgemeiner Belastung oder auch beim Laufen. Wegen der Schmerzen ist es möglich, dass beim Knorpelschaden Blockierungen des Kniegelenks hervorgerufen werden. Es gibt bei einem Knorpelschaden von Zeit zu Zeit vereinzelt ebenso Schwellungen aufgrund eines Hämatoms (Blutung) oder einer Flüssigkeitsansammlung im Gewebe.

Ursachen von Knorpelschäden

Es gibt einige Ursachen, unter anderem kommen Knorpelschäden im Knie aufgrund von Fehlbelastungen der Beine wie O-Beine oder X-Beine zustande. Wegen dieser Fehlstellungen entstehen ungünstige nicht funktionelle, teilweise einseitige Belastungen, die erneut Mikrotraumen und damit Knorpelschäden hervorrufen kann.

Somit ist es möglich, dass ebenso eine dauerhaft unkorrekte Belastung des Knies beim Laufen zu einem Knorpelschaden führen kann. Auslöser für Knorpelschäden sind zudem Distorsionen (Verstauchungen), Luxationen (Verrenkungen) oder Prellungen des betreffenden Gelenks.

Behandlung von Knorpelschäden

Damit der Schmerz im Knie gelindert wird, ist es möglich das Gelenk zu kühlen, das vom Knorpelschaden betroffen ist. Ziehen Sie einen Arzt hinzu, der mithilfe einer Arthroskopie herausfinden kann, in welchem Maße der Knorpelschaden fortgeschritten ist.

Auf diesen Befund hin sollte dann Ihr Sport abgestimmt werden. Ein Knorpelschaden muss beispielsweise nicht zwangsläufig das Ende eines Lauftrainings bedeuten. Denn damit weiterhin der Knorpel ernährt wird, ist es erforderlich, dass Sie das Kniegelenk angemessen belasten, auch wenn Sie einen Knorpelschaden haben.

Kernspintomografie (MRT) oder eine Röntgenuntersuchung

Hier ist eine Kernspintomografie (MRT) oder eine Röntgenuntersuchung notwendig, damit Frakturen (Knochenbrüche) oder Knorpelabsprengungen ausgeschlossen werden können. Wenn nach zwei bis drei Monaten noch immer Symptome eines Knorpelschadens erkennbar sind, sollten Sie zu therapeutischen Maßnahmen greifen. Möglicherweise sind im Bereich des Knorpelschadens Knorpelstücke zu beseitigen, die das Bewegen behindern oder auch beeinträchtigen.

Wenn die Schmerzen, die aufgrund eines ausgeprägten Knorpelschadens ausgelöst wurden, nicht richtig behandelt werden können, dann besteht die Möglichkeit, dass Sie ein künstliches Gelenk einsetzen lassen. Doch auch mit einem künstlichen Gelenkeinsatz gibt es zahlreiche Läufer, die erneut zurückgekehrt sind und gelegentlich sogar an Wettkämpfe teilnehmen.

Gelenkschonendes Training

Zunächst ist ein gelenkschonendes Training durchzuführen. Hier kommt es allerdings darauf, wie stark der Knorpelschaden ist. Selbst eine Bandage, die das Kniegelenk stützt und damit kurzfristig entlastet, kann nützlich sein. Wenn Sie z. B. in das Lauftraining zurückkehren möchten, sollten Sie dies lediglich mit dem Arzt besprechen. Überlastung ist unbedingt nach einem Knorpelschaden zu vermeiden, weil das betreffende Gelenk sonst weiter geschädigt werden kann. Wenn vom Physiotherapeuten oder Arzt nicht anders verordnet wird, dann laufen Sie regelmäßig, wenn Sie dies im schmerzfreien Bereich tun können.

Schwere der Knorpelschäden

Es gibt den partiellen (oberflächlichen), den kompletten (tiefen) Knorpelschaden sowie Knorpelschäden, die direkt in den Knochen reichen (osteochondral). Je nach Schwere unterteilt man Knorpelschäden in vier Grade:

  • Grad eins: Hier sieht man Knorpeldegenerationen, deren Oberfläche noch erhalten ist und möglicherweise oberflächliche Aufweichungen sowie geringe Einrisse etwas unterhalb der Schicht liegen.
  • Grad zwei: Da sind schon Knorpelläsionen vorhanden, die unter 50 Prozent der ursprünglichen Knochendicke betreffen.
  • Grad drei: Dieses Stadium ist erreicht, wenn mindestens 50 Prozent betroffen sind oder die Defekte schon bis an die Knochenschicht reichen.
  • Grad vier: Die Knorpelplatten sind dann so weit aufgebraucht, dass Knochen direkt auf Knochen liegt, was auch als Knorpelglatze bezeichnet wird.

Meistens wird ein Knorpelschaden am Kniegelenk festgestellt. Verstauchungen und Bandverletzungen eines Gelenks werden häufig mit Knorpelverletzungen im Zusammenhang gebracht. Eine Arthrose kann die Folge sein.

Knieoperation

Bei Knorpelschädigungen, die weit vorangeschritten sind sowie Schädigungen bei Patienten, die von einer hohen Funktionalität des Knorpels abhängig sind und bei jüngeren Patienten wird in vielen Fällen eine Operation durchgeführt.

Knorpelspülung

Der Eingriff, der am meisten durchgeführt wird, ist die Lavage (Knorpelspülung) mit dem nachfolgenden Debridement (Glättung). Hier wird im Rahmen einer Operation, die auch Arthroskopie bezeichnet wird, mit angemessener Narkose durch geringe Hautschnitte über dem betreffenden Gelenk eine Kamera und gewisse Instrumente in das Gelenk eingeführt.

Durch eine Spülabsaugvorrichtung ist es möglich, sterile Flüssigkeit in das Gelenk hineinzugeben und diese erneut abzusaugen. Aufgrund dieses Vorgangs werden Knorpelanteile, die frei im Gelenk liegen und die meistens bei diesem einen entzündlichen Reiz hervorrufen, aus dem Kniegelenk herausgespült. In gleicher Sitzung erfolgt dann die Knorpelglättung. Vorteilhaft bei diesem Verfahren ist, dass das Risiko einer Entzündung des Knorpels verringert wird.

Mikrofrakturierung

Eine andere Behandlungsverfahrung ist die Mikrofrakturierung. Hier werden während der Arthroskopie Blutgefäße eröffnet, die sich in der oberen Knochenschicht befinden. Daraufhin werden Blutzellen eingeschwemmt, die die Regeneration des Knorpels vorantreiben, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

Osteochondral Autogtaft Transfer System

Bei jungen Patienten mit dem oben genannten Knorpelschaden kann ein OATS Verfahren, das auch als Osteochondral Autogtaft Transfer System bezeichnet wird, durchgeführt werden. Hier werden den Behandelten aus Gelenkabschnitte, die nicht belastet sind, mit besonderen Instrumenten Knorpel-Knochen Zylinder herausgenommen, die man in den jeweilig vorbereiteten Knorpelschaden einbringt.

Autologe Chondrocyten Transplantation

Auch ein neuartigeres Behandlungsverfahren bei Knorpelschäden ist die Autologe Chondrocyten Transplantation (ACT). Hier geht es ebenso um eine Knorpeltransplantation. Aus dem betreffenden Gelenk entnimmt man unbeschädigte Knorpelstücke, die außerhalb des Körpers angezüchtet sowie vermehrt werden.

Wenn ausreichend Knorpelmaterial daraus entstanden ist, bringt man dieses in einem zweiten arthroskopischen Eingriff an die defekte Stelle des Kniegelenks ein. In diesem Verfahren ist abzuwarten, ob der Knorpel mit Erfolg anwächst. Wenn dies der Fall ist, dann ist es möglich, dass der Patient mit der Zeit beschwerdefrei wird.

Totalendoprothese (TEP)

Die Totalendoprothese (TEP) wird durchgeführt, wenn schwere Knorpelschäden vorliegen und die gerade beschriebenen Behandlungsmethoden versagen. Dann ist nur noch ein der Einsatz eines künstlichen Gelenkes möglich. Ziemlich häufig werden Prothesen des Hüftgelenks oder Knieprothesen eingesetzt. Dies ist gerade sinnvoll, wenn der Knorpelschaden schon so fortgeschritten ist, dass Knochen auf Knochen reiben, was zu schweren Schäden bis hin zu einer Arthrose führt.